Das Mediencamp des Hessischen Rundfunk – ein Rückblick

Vom 21.8. bis zum 25.8. war ich als Praktikantin beim Hessischen Rundfunk. Zum ersten Mal fand das Mediencamp statt, mit einem wichtigen Hintergrund: Der hessische Rundfunk braucht junge Leute. Dringend. Junge Leute mit Migrationshintergrund, damit der hessische Rundfunk seinen Blickwinkel ändert und erweitert.

Einige von euch wissen vielleicht, dass ich keine deutschen Wurzeln habe. Mein Papa kommt aus der Türkei, meine Mama ursprünglich aus Polen – trotzdem bin ich in Deutschland geboren und fühlte mich nie als Migrantin.

HR Mediencamp Campus

HR Mediencamp Campus

M O N T A G

Montag, 09:00 Uhr morgens. Ich werde freundlich empfangen und bekomme meinen Praktikanten Ausweis, den ich die ganze Woche über mitschleppen soll.
Nach und nach kamen die anderen Praktikanten an, insgesamt waren wir 8 Jungen und Mädchen, verteilt in ganz Deutschland (teilweise sogar aus den Niederlande!) und aus den verschiedensten Nationen. Sympatisch waren wir uns von Anfang an.

Nach einer ersten Führung durch den hessischen Rundfunk begriff ich erstmal wie groß der HR ist: 1.800 Mitarbeiter sind hier angestellt. Ein Einblick in das Fernsehstudio und in den YOU FM Tower wurde uns gewährt – ich war fasziniert. Mir war von vorne rein bewusst, dass die Technik heutzutage viel macht, aber trotzdem war ich beeindruckt.

Nach der Führung bekamen wir unsere Essensmarken (yesss!) und stellten uns alle vor. Erst dort bemerkten wir, dass wir alle etwas anderes studierten – von Medizin bis zu Politikwissenschaft war einiges vertreten.
Unsere Trainer, Corinna und Petra, behandelten mit uns Radio und Social Media.

Wir begannen mit den Unterschieden der verschiedenen Radiosender, also HR1 bis HR4 sowie YOU FM. Dass der hessische Rundfunk mit den verschiedenen Radiosendern eigentlich alle Alters- und Zielgruppen abdeckte, wurde mir dort erst bewusst.

Hessischer Rundfunk Mediencamp Radio

Hessischer Rundfunk Mediencamp Radio

Nun wurden wir in Gruppen eingeteilt und sollten unseren eigenen Radiosender erstellen: ganz nach unseren Vorstellungen und Wünschen! Selbstverständlich durfte auch hier unsere Zielgruppe nicht fehlen. Anschließend hörten wir verschiedene Proben, die uns aufzeigen sollten wie relevant eine gute Moderation ist.
Auf Grund dessen bekamen wir die Grundlagen zum “Schreiben fürs Hören” beigebracht – und ja, es gibt tatsächlich enorme Unterschiede!

Hessischer Rundfunk Mediencamp Radio

Hessischer Rundfunk Mediencamp Radio

Zum Abschluss wurden uns noch die Grundlagen zu Social Media beigebracht, die für den nächsten Tag relevant waren. Am Abend trafen wir noch auf den Leiter der Pop Unit.

D I E N S T A G

Wer hätte es erwartet? Wir haben unseren eigenen Radiobeitrag erstellt!

Zuerst überlegten wir uns ein Konzept, schrieben die Texte, führten Interviews durch und gingen dann ins Studio.

Hessischer Rundfunk Mediencamp Radio

Dort nahmen wir den Beitrag auf, schnitten ihn (dabei hatten wir Hilfe), unterlegten ihn mit Musik und waren stolz wie Oskar, als wir ihn endlich anhören konnten.

Hessischer Rundfunk Mediencamp Radio

Passend zum Radiobeitrag erstellten wir noch einen Facebook-Post, um für den Beitrag zu werben. Am Ende analysierten wir die Radiosendungen und die Beiträge und prüften, ob wir die Sendung zu Ende hören würden und ob wir beim Scrollen durch den Facebook-Feed an der Werbung dazu hängen bleiben würden.

M I T T W O C H

Es heißt nicht umsonst Mediencamp – am Mittwoch starteten wir mit einem neuen Thema durch: Online Journalismus!

Erneut stellten wir uns vor, da wir neue Trainer bekamen. Wir lernten den Leiter der hessenschau.de und der boerse.ard.de kennen, beides super interessante Charaktere und keiner von ihnen kam auf direktem Weg zum Journalismus.

Wir besprachen in der Gruppe, was ein Online Journalisten ausmacht und begutachteten die Seite der hessenschau.de. Nachdem wir einen Eindruck bekommen hatten wie Online Journalisten schreiben, schrieben wir selbst einen Artikel, welcher später von den Trainern mit Verbesserungsvorschlägen beurteilt wurde.

D O N N E R S T A G

Neuer Tag, neues Glück. Fernsehjournalismus! 

Wieder bekamen wir neue Trainer, stellten uns erneut vor und schauten einen Beitrag über den “Alltag” im Fernsehjournalismus beim hessischen Rundfunk. Dass es wirklich so stressig ist, sollte ich noch am eigenen Leib erfahren.

Wir wurden nochmals durch den Fernsehbereich geführt, da wir am Montag nur eine halbstündige Führung hatten.

Hessischer Rundfunk Mediencamp Fernsehjournalismus

Hessischer Rundfunk Mediencamp Fernsehjournalismus

Hessischen Rundfunk Mediencamp Fernsehjournalismus

Anschließend bekamen wir unsere Nachmittagsaufgabe mittgeteilt: Wir sollten unseren eigenen Beitrag erstellen!

Bevor sie uns ins kalte Wasser schmissen, besprachen wir was einen Fernsehbeitrag interessant macht. Danach machten wir uns mit jeweils einem Kameramann/-frau auf dem Weg zu unserem Drehort.

F R E I T A G

Früh morgens trafen wir uns mit Philipp Engel, danach ging es direkt an den Schnitt und ans Screening des Beitrags. Der Schnitt dauerte länger als gedacht, man braucht für eine Minute Videobeitrag circa eine Stunde für den Schnitt – unser Beitrag wurde am Ende drei Minuten lang. Wir schrieben den Text fürs Screening, sodass unser Beitrag noch eine Moderationsstimme hat, die den Beitrag begleitet.
Leider mussten wir mit dem Worst Case Fall umgehen: Wir konnten die Stimme nicht hinzufügen, die Datei war zerschossen. Naja – war erstmal halb so schlimm. Gekrönt wurde es dann davon, dass in dem eigentlich fertigen Beitrag auf einmal Medien fehlten und wir somit keinen fertigen Beitrag hatten, den wir vorzeigen konnten. Klar war es für den Augenblick nicht schlimm, aber es war trotzdem nervig, da ich den Beitrag sehr gerne als Referenz nutzen wollte.

Zum Abschluss gab es noch eine Feedback-Runde, ein Zertifikat und einen USB-Stick mit allen Beiträgen, die wir erstellt hatten.

F A Z I T

Jeder, der sich für Medien bzw Journalismus interessiert, ist beim Hessischen Rundfunk definitiv super aufgehoben. Ich habe in dieser Woche wahnsinnig interessante Menschen kennen gelernt, habe gemerkt, dass ich niemals Online Journalist werden könnte, mich aber sehr für Radio und Fernsehen interessiere.

Das Mediencamp ist ein guter Einblick in die verschiedenen Bereiche, obwohl es hier und da noch an der Organisation gestockt hat (kein WLAN z.B.). Der HR ist definitiv offen für neue Ideen und neue Menschen, vor allem braucht er jedoch Querdenker und junge Leute.

Und wer weiß, vielleicht mache ich nochmal ein Praktikum beim hessischen Rundfunk, aber dann länger als eine Woche. Ich hoffe euch hat der Einblick gefallen!

In Liebe,

 

Miss Sina Bambina

 

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