Sixpack

Wieso ich bewusst KEIN Sixpack möchte

Auf Instagram habt ihr abgestimmt für welchen Blogpost ihr euch interessiert. Ihr wolltet wissen, wieso ich kein Sixpack haben will. Da dies – wieder mal – ein recht persönlicher Blogpost wird, bitte ich auch hier um Nachsicht.

Der folgende Blogpost enthält keine wissenschaftliche Seite, sondern nur meine ganz persönliche Meinung. Um euch alles erklären zu können, muss ich allerdings etwas weiter ausholen, damit ihr alles ohne Probleme nachvollziehen könnt.

Die Vorgeschichte

Eine ziemlich lange Zeit war ich selbst aktiver Cheerleader, was ihr hier nachlesen könnt. Nach meiner Zeit bei den Frankfurter Pirates hatte ich vorerst keine Möglichkeit als Cheerleader aktiv zu bleiben, daher überlegte ich mir eine Alternative. Wie jeder, kam ich auf die Idee ins Fitnessstudio zu gehen, allerdings gab es bei mir im Ort nur wenige, die in Frage kommen könnten. Meine Eltern waren komplett gegen die Kettenstudios, da dort sehr wenig nach der Ausführung geschaut wird und man sich somit auch was langfristig kaputt machen kann. Mein Vater ging damals in ein Personal Training und schleppte mich spontan mit hin – ich hatte wahnsinnig Spaß daran an Geräten zu trainieren und vor allem an Gewichten.

Der Trainer empfahl mir für eine optimale Gewichtsreduktion und einen schnellen Muskelwachstum auch meine Ernährung umzustellen. Bevor ich im Studio angefangen hatte, aß ich das, was ich wollte. Mein Trainer hat mir die Paleo Diät empfohlen, welche ich dann auch befolgte. Schließlich wollte ich endlich ein sichtbares Sixpack haben!

Nach wochenlangem Training und zahlreichem Fleisch- und Fischkonsum verlor ich extrem die Motivation. Mir machte es kein Spaß mich Paleo zu ernähren, ich liebe Kohlenhydrate in jeder Form. Nach einiger Zeit brach ich das Training und die Diät ab und futterte erstmal wochenlang Zucker und Kohlenhydrate (hello Zusatzkilos!). Mich hat es wahnsinnig frustriert, ich habe während der Diät zwar abgenommen, aber es ging mir einfach nicht schnell genug. Dann, als ich abgebrochen habe, habe ich drastisch zugenommen.

Und wieso willst du jetzt kein Sixpack haben?

Nun. Mittlerweile sehe ich die Dinge anders. Ich brauche kein Sixpack um glücklich zu sein. Ich brauche auch kein Sixpack um sportlich zu sein. Ich brauche kein Sixpack.

Lange Zeit habe ich gedacht, dass ein Sixpack für den maximalen sportlichen Lebensstil steht. Heute denke ich anders. Ich will ohne Probleme 10 km laufen können und daran arbeite ich. Ich will Yoga machen, dort neue Positionen lernen und beherrschen und ich will nicht nach 3 Etagen Treppen außer Atem sein. Ein sportlicher Lebensstil ist für mich eine allgemeine Grundfitness, die ich haben möchte. Vor allem aber will ich Sport machen ohne “Druck”.

Durch ein Sixpack ändert sich – leider – rein gar nichts. Man wird dadurch nicht mehr geliebt, mehr beachtet, mehr angesprochen, glücklicher, gesünder oder lebensfroher. Es sind NUR Bauchmuskeln. Für mich ist es wichtiger mir mal eine Pizza rein schieben zu können oder eben auch zwei oder drei. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass man das auch mit einem Sixpack machen kann, aber – und dieses aber wiegt für mich sehr – man (zumindest ich) hätte ein schlechtes Gewissen dabei.

Ein Sixpack sieht man ab einem gewissen Körperfettanteil, bei Frauen liegt dieser bei circa 15%, bei Männer bei 10%.
Für mich würde das vor allem eins bedeuten – extreme Einschränkungen. Regelmäßiger Sport wäre Pflicht und kein Vergnügen mehr, eine geregelte Kombination aus Cardio und Krafttraining, die das Körperfett schmelzen lässt. Abgesehen von der sportlichen Einschränkung wäre es für mich schlimmer mich (erneut) in meiner Ernährung einschränken zu müssen.

Wie ich bereits gesagt habe, esse ich wahnsinnig gerne Kohlenhydrate, welche leider bei der Paleo Ernährung entfallen. Die Paleo Diät besagt, dass man nur das isst, was man jagen oder sammeln kann – d.h. Fleisch, Fisch, Gemüse, welches nicht weiterverarbeitet wurde. Man kennt sie auch als Steinzeitdiät.

Was würde passieren, wenn ich auf ein Sixpack hinarbeiten würde?

Ich bin mir extrem sicher, dass ich nicht glücklich wäre. Klar hätte ich gerne einen flacheren Bauch und sichtbare Muskeln – wer nicht? – aber sind all diese Einschränkungen das wert? Meine Freunde werden mich wegen eines Sixpacks nicht mehr mögen, das Gras wird nicht grüner sein und ich werde dadurch nicht fitter sein. Es sind einfach NUR sichtbare Bauchmuskeln. Absolut sicher bin ich mir vor allem bei dem Punkt, dass ich übelst zickig wäre. Ich finde, dass Kohlenhydrate mein Stress einfach senken, keine Ahnung ob das Einbildung ist oder Tatsache, aber so geht es mir damit.

Aus meiner Paleo-Zeit weiß ich übrigens auch, dass ich ohne Kohlenhydrate wirklich gereizter war. Und ich hatte Hunger. Ständig. Nicht, dass es jetzt anders wäre, aber damals habe ich gefühlt alle 30 Minuten Hunger gehabt. Dies in der Uni umzusetzen ist nicht ganz einfach, wie man sich sicherlich vorstellen kann.

Sport sollte Spaß machen, damit man dran bleibt. Solange ich aber mit einem extremen Ziel Sport machen würde, würde ich den Spaß verlieren und dann würde Sport zum Zwang werden. Also würde ich zusammengefasst Sachen machen, die mir kein Spaß machen, Lebensmittel essen, die ich eigentlich nicht in Massen mag und auf Lebensmittel verzichten, die ich liebe – und wofür? Für sichtbare Bauchmuskeln.

 

 

Wie seht ihr das? Wollt ihr ein Sixpack, wenn ja – wieso? Und was würdet ihr dafür opfern? Würde sich durch das Sixpack etwas ändern, wenn ja – was? 

4 Kommentare zu „Wieso ich bewusst KEIN Sixpack möchte“

  1. Du sagst es so gut auf den Punkt:

    Ein Sixpack ist wirklich NUR für die Optik! 🙂

    Ich hatte sogar mal einen.
    Paar Wochen lang 😀
    Das reicht!
    Ich hab GAR KEIN BOCK mein Essen einzuschränken.
    Ich lebe und genieße es!
    Und ein Bier und ein Wein gibt es auch immer wieder mal dazu 🙂

    Liebe Grüße und folgt immer euerm Herzen, genau so wie du es hier gut darstellst! 😉

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